„Kinder sind Superspreader, eine Gefahr für ihr Umfeld“, „Das stecken die doch weg, ist ja nur vorübergehend“, „Es ist nicht schön, aber sie lernen gelebte Solidarität“ höre ich immer wieder verschiedene Bürger sagen.

Wenn ich mich schon als Erwachsener mit meinen Sorgen um die Kinder durch diese Äußerungen nicht geachtet und verstanden fühle, wie sollen sich dann Kinder fühlen, die diese Worte hören?

Bei vielen erwachsenen Mitbürgern besteht tatsächlich die Auffassung, die Kinder sollten wie Erwachsene funktionieren (zur Kompensation ihrer eigenen Ängste) und strikt alle Maßnahmen befolgen. Ist das wirklich ohne Verletzungen an Leib und Seele möglich?
Kinder finden selten klare Worte für ihr Innenleben im Zusammenhang mit den äußeren Umständen. Ihre Verzweiflung zeigt sich eher indirekt wie z. B. durch physische Reaktionen und Verhaltensauffälligkeiten.

Tragen Kinder tatsächlich dermaßen zur Verbreitung, wie hinlänglich behauptet, bei?

Das DEUTSCHE ÄRZTEBLATT erwähnt in seinem Medizinreport Sars-Cov-2-Infektionen, Kinder hätten ein sehr gutes Immunsystem und erkrankten dementsprechend selten schwer an Covid 19. Kinder steckten sich nicht nur seltener an, sondern gäben das Virus auch seltener weiter. Die Charite macht unabhängig von der Studie Drostens die Aussage, “dass Kinder ..weniger infektiös seien.“ (Siehe z. B. auch Studie TU Dresden und Dresdner Uniklinikum Carl Gustav Carus, Auswertung Datensammlung von Kinder- und Jugendkliniken in Bayern, Studie von Bloomberg, FAZ“Kinder wirken eher als Bremsklötze der Infektionen“13.07.20)

Corona Kinderstudie Co-Ki

Trotz dieses derzeitigen Forschungsstandes unterliegen Kinder den strengen Maßnahmen. In diesem Zusammenhang sei eine speziell auf die Kinder ausgerichtete Studie, die die (Neben)Wirkungen untersucht, erwähnt, die sogenannte Co-Ki-Studie. Kernaussage ist, dass bei einer durchschnittlichen Tragedauer von 270 Minuten/Tag bei 68% der Kinder Belastungen festzustellen sind:

  • 60% litten unter Reizbarkeit
  • 53% unter Kopfschmerzen
  • 50% unter Konzentrationsschwierigkeiten
  • 49% unter geringer Fröhlichkeit
  • 44% unter Abneigung gegen Schule/Kindergarten
  • 42% unter Unwohlsein
  • 38% unter Lernschwierigkeiten, Schläfrigkeit, Müdigkeit


Die Anästhesistin und Notfallmedizinerin Heike Sensendorf weist auf eine Gefahr durch das Tragen einer Maske bei Kindern hin. Bei Kindern wirke sich die Rückatmung von CO2 stärker aus, da sie durch die Maske ein höheres Totraumvolumen haben.

Auch Prof. Dr. Kuhbandner (Prof. für Pädiatrische Psychologie an der Universität Regensburg) teilt diese Auffassung. Durch den erhöhten Sauerstoffverbrauch bei Kindern und der geringen Atemreserve in Verbindung mit der schwächer ausgeprägten Atemmuskulatur, wirke sich der Durchströmungswiderstand der Maske stärker aus.

Demnach können Masken, so Sensendorf, die Frischluftzufuhr bei Kindern um bis zu 32%, bei kleineren Kindern bis über 60% reduzieren. 

Darüber hinaus berichtete der Kinderarzt Eugen Janzen aus Bad Salzuflen über eine 10-fache erhöhte Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin nach stundenweisem Tragen einer Maske.

Neben den physiologischen Auswirkungen führt die Maske zu einer Einschränkung der nonverbalen Kommunikation, es entsteht eine negative Verzerrung des emotionalen Erlebens und eine Beeinträchtigung der Empathie.

Der Hirnforscher Gerald Hüther sagte, “Wir können den Kindern das nicht länger zumuten, was wir hier machen. Das ist eigentlich unbegreifbar, wie es eine Erwachsenengeneration fertigbringt, den Kindern solche Auflagen vorzugeben, die die Kinder eigentlich nur erfüllen können, in dem sie ihre eigene Lebendigkeit, ihre lebendigen Bedürfnisse unterdrücken… Im Hirn bildeten sich dadurch Veränderungen, die bleibend sein könnten. Das zeige sich jetzt schon, die Kinderärzte und Jugendpsychiater würden Alarm schlagen…“ (www.welt.de)

Durch die Unterdrückung ihrer eigenen Bedürfnisse können die Kinder zwar den Maßnahmen folgen, jedoch verlieren sie dadurch den Zugang zu ihren eigenen Bedürfnissen, zu ihren Gefühlen, zu ihrem Selbst. Man kann sagen, dass die Regeln zum Abtrainieren der Menschlichkeit, unseres ureigenen Wesens führen.

“Diese Entwicklung“, so Hüther, “sei nicht ohne weiteres reparabel und betreffe nicht nur die Bedürfnisse nach Kontakt, sondern auch die eigene Freude am Zusammensein mit anderen…
… “Ein Jahr sei für ein 7-jähriges Kind so bedeutsam wie 10 Jahre für einen 70-jährigen.“

Die bereits erwähnte Aussage vieler „das stecken die doch weg, ist doch nicht für ewig“ zeigt das erschreckend mangelnde Interesse, Wissen und die mangelnde Empathie an und für unsere Kinder auf.
Untermauert wird Hüthers Aussage durch die Studie des Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (Copsy-Corona und Psyche), die Studien der BKK Pronovia, durch eine Stellungnahme der Universität Witten/Herdecke, die u. a. aussagen, dass die Maßnahmen bereits jetzt sichtbarneben den körperlichen Symptomen zu zwischenmenschlichen Verhaltensstörungen, Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen, Traumata, Sorgen und psychosomatischen Beschwerden führen. Letztere zeigen sich in Nervosität, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Gereiztheit, Einschlafprobleme, Niedergeschlagenheit.

Online-Umfrage “Eltern stehen auf”

Selten bis gar nicht werden unsere Kinder (und besonders auch zu dieser Zeit die alten Menschen) gefragt. Die Ortsgruppen Grevenbroich, Rommerskirchen und Dormagen des Vereins „Eltern stehen auf“ taten es in einer Online-Umfrage, inwiefern die Kinder Veränderungen im sozialen Miteinander durch die Maskenpflicht erlebten.

  • 83% zeigten weniger Freude und Spaß
  • 70% eine Distanziertheit im Miteinander
  • 59% Hemmungen im Umgang miteinander
  • 54% soziale Unsicherheit
  • 44% Misstrauen
  • 43% Fremdheitsgefühle
  • 3% keine Veränderung

Der Vorstand des Landesverbandes Schulpsychologie, Schulpsychologe Uwe Sonneborn erwähnte am 08. 01.21, dass die Verhaltensauffälligkeiten und die Suizidgefahr enorm zunähmen. 
Entgegengesetzt zu unserer gegenwärtig sogenannten „gelebten Solidarität“ berichtet der Landesverband von der Solidarität und dem Zusammenhalt der Schüler, die “auf`s Spiel gesetzt werden.“

Die bisherigen Aufführungen über unsere Kinder ließen die sozial schwachen Familien, die wiederum eine große Bandbreite an individuellen Defiziten aufweisen, außer acht. Bewegungsmangel, Vereinsamung, Gewalt, Misshandlung, exzessiver Medienkonsum und auch die sogenannte Wohlstandsverwahrlosung seien hier erwähnt. Man kann nur erahnen, welche Folgen diese Missstände nach sich ziehen.

Durch die Maßnahmen unterliegen derzeit unsere Kinder einer Ohnmacht. Im Grunde wird ihnen das meiste, was eine glückliche Kindheit ausmacht, genommen.

Die Stressreize und das damit verbundene Leid können wir leider nicht verhindern, aber wir können versuchen, ihnen Stressentlastungsmöglichkeiten zu bieten. Die Frage ist also, wie können Kinder ihre Anspannung und Stress bedingt durch Corona loslassen? Diese Frage stellte Dr. Nicole Kikillus im Rahmen des Kinder- und Coronakongresses Anke Eyrich (Dipl. Sozialpädagogin, Coach „Aware Parenting“).

Eyrich berichtet von der größten Stressentlastungsmöglichkeit, dem Weinen und den Wutanfällen. Beides sollte verständnisvoll begleitet, d. h. in einem beschützenden Rahmen zugelassen und ausgelebt werden. Weinen und Wutanfälle seien Zeichen, dass es dem Kind nicht gut geht. Es habe keine oder selten Worte für seinen Stress.

Weitere Entlastungen seien Lachen, Bewegen und Spielen. Es helfe z. b. aus dem Homeschooling den Druck zu nehmen, den eigenen Anspruch runterzufahren und mehr Pausen mit Spiel einzubauen.
Hier seien die sogenannten „Macht-Umkehr-Spiele“, bei denen Eltern ihre Überlegenheit abgeben und in „kleinere“ Rollen schlüpften, besonders hervorzuheben.

Beim Versteckspiel z. B. kann man so tun, als ob das Kind nicht gefunden wird und man dabei mit sich selbst spricht oder beim Fangenspiel das Kind kurz fangen und entwischen lassen. Bei Gesellschaftsspielen könne man das Kind geschickt gewinnen lassen. Wenn wir die Rolle des Unperfekten spielen, bekommt das Kind die Bestimmung über sich und die Situation. Wenn wir dabei Quatsch machen, uns schusselig dabei anstellen oder uns über uns aufregen, sorgt es für viel Spaß. Sehr gut klappt es bei Kindern unter 10 Jahren, bei älteren muss man geschickter vorgehen oder etwas heraussuchen, wo sie tatsächlich überlegen sind.

Dieser empfehlenswerte Umgang, der die fehlende Resilienzförderung etwas auffangen kann, stellt eine noch größere Aufgabe dar, als die meisten Eltern ohnehin schon leisten. Viele sind mit ihren Kräften und Nerven am Ende. Der Stress, den die Eltern selbst haben, überträgt sich wiederum auf das Kind. Daraus entsteht die Gefahr einer Negativspirale.

Wenn man sich jedoch vergegenwärtigt, dass wir die Einzigen sind, die unsere Kinder leiten und Schaden abwenden können, sollten wir alles versuchen, jegliche Anspannung fernzuhalten, damit sie ihre Lebendigkeit, ihr Kindsein ausleben können.

Hier spielt die Selbstfürsorge eine zentrale Rolle. Wir haben für uns selbst die Verantwortung, alles für unser Wohlbefinden zu tun (auch wenn es täglich nur 5 Minuten sind), sei es ein entlastendes Gespräch mit lieben Menschen, lesen Briefe schreiben, malen, meditieren, in der Natur sein und was auch immer für uns kraftspendend ist.

Eyrich gibt zudem den Tipp zum schnellen Stressabbau, den Körper 3x täglich durchzuschütteln.

Hilfreich sei in jedem Fall, den eigenen Anspruch herunterzuschrauben und zu überprüfen, ob es wichtig ist, dass es der Familie gut geht oder nach außen hin alles gut wirkt?

Ein großer Yogameister, Swami Sivananda, sagte einmal, es komme nicht darauf an, Dinge/Aufgaben perfekt zu erledigen, sondern mit Hingabe und von Herzen.